Klimakonferenz in Mailand, 1.- 12. Dezember 2003
Weckdienst für Präsident
Putin
WWF drängt
Russland zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls
Nach der Anreise der
zuständigen Minister geht der Klimagipfel in
Mailand jetzt in die heiße Phase. Mit einer
symbolischen Aktion drängten Aktivisten des
WWF den russischen Präsidenten Wladimir Putin,
die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls nicht zu
verschlafen. In einer Performance am Tagungsort “weckten“ Naturschützer
im Bärenkostüm einen Putin-Darsteller,
der auf dem Kyoto-Protokoll eingeschlafen war, und
forderten ihn auf, die russische Ratifizierung endlich über
die Bühne zu bringen.
Das Inkrafttreten des Kyoto-Abkommens
ist an zwei Bedingungen geknüpft . Zum einen müssen
mindestens 55 Staaten den Vertrag ratifizieren.
Diese Bedingung wurde
inzwischen erfüllt: 120 Staaten haben
unterzeichnet. Doch erst wenn Russland mitmacht,
wird das Protokoll zu einem völkerrechtlich
verbindlichen Vertrag. Denn damit das Protokoll
in Kraft tritt, müssen überdies Länder
an Bord sein, die gemeinsam für mindestens
55 Prozent der 1990 in den Industrieländern
ausgestoßenen Kohlendioxidemissionen verantwortlich
waren. Derzeitiger Stand: rund 44 Prozent. Erst
mit dem russischen Anteil von 17, 4 Prozent könnte
das Protokoll in Kraft treten.
„Rußland trägt die volle Verantwortung
, damit das einzige multilaterale Klimaschutzabkommen
wirksam wird“, betonte Jennifer Morgan Leiterin
der Klimaabteilung beim
WWF. Präsident Putin dürfe nicht
zulassen, dass sich die Ratifizierung weiter verzögere.
Der WWF weist darauf hin,
dass sich durch die Ratifizierung erhebliche Chancen
für die russische Industrie,
z.B. für die Gaswirtschaft, ergäben. Die
Industrie könne
in großem Maß vom so genannten „Joint
Implementation“ profitieren. Dabei geht es
darum, dass andere Industrieländer in Russland
in Projekte zur Emissionsreduktion investieren könnten.
Russland würde seine Energie sauberer erzeugen,
während sichdie ausländischen Unternehmer
die eingesparten Emissionen auf ihre eigenen Klimaschutzziele
anrechnen könnten.
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/01574/index.html
Mailand/Berlin, 10.12.2003
Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland
WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
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